Donnerstag, 26. Juli 2012

Geduld


Geduld ist *mein* Wort des Jahres. Ich habe es so oft gehört, als Trost, als Aufmunterung, manchmal als eine Art "Entschuldigung", dass es nicht schneller geht... Ich versuche in Geldud zu leben und finde, dass ich es inzwischen schon ganz gut beherrsche. "Doch was bedeutet das Wort überhaupt?" habe ich mich in den letzten Tagen gefragt.

Einen Blick ins "Wikipedia" gibt Auskunft:

Das Wort Geduld (auch altertümlich: Langmut) bezeichnet die Fähigkeit zu warten. Oft gilt Geduld als eine Tugend; ihr Gegenteil ist die Ungeduld.
Als geduldig erweist sich, wer bereit ist, mit ungestillten Sehnsüchten und unerfüllten Wünschen zu leben oder diese zeitweilig bewusst zurückzustellen. Diese Fähigkeit ist eng mit der Fähigkeit zur Hoffnung verbunden. Geduldig ist auch, wer Schwierigkeiten und Leiden mit Gelassenheit und Standhaftigkeit erträgt.

Schauen wir das doch mal näher an:
...  mit ungestillten Sehnsüchten und unerfüllten Wünschen zu leben... :
Von denen habe ich ganz viele, angefangen mit dem Wunsch, einfach wieder normal Gehen zu können, ohne Schmerzen, ohne Krücken, ohne Humpeln, zum Beispiel zum Bahnhof (1,2 km). 
Ja, und Hoffnung habe ich auch, ganz fest, ganz viel: Dass die Medikamente wie vorgesehen nach 4-6 Wochen nach der Einnahme zu wirken beginnen und die Entzündung im Knie verschwindet. Dann könnte auch der Wunsch vom Gehen schon bald in Erfüllung gehen. Und ich könnte weiter hoffen, dass das Knie von der Entzündung keinen Schaden genommen hat, ich ganz schnell mit dem Aufbautraining beginnen kann und mein Traum vom Wandern und vom Wandern im Fjäll bald in Erfüllung gehen möge (von wegen ungestillten Sehnsüchten und Wünschen...). 
Gelassenheit ... ja, das musste ich zuerst lernen. Glücklicherweise ist es das erste Mal, wo mich eine längere und ungewisse Auszeit von sportlichen und teilweise auch gesellschaftlichen Aktivitäten hinnehmen muss. Es ist eine spezielle Art von Gelassenheit, eine Art von Akzeptanz seiner persönlichen Situation. Es ist auch ein Lernen, sich jeden Tag über etwas zu freuen und aus jedem Tag das Beste zu machen, so wie es die Situation gerade zulässt. Und nicht vergessen: Never ever give up! 

"Dem, der sich mit Geduld wappnet, liegen keine Vorteile zu fern."
Jean de la Bruyère, Die Charaktere


 


Samstag, 30. Juni 2012

Wege und Wege

Wanderwege sind für mich weiterhin weit weg. Aber ein Ausflug mit dem Zug durchs Mattertal musste trotzdem sein. Und im Zug kann man ja sein Bein genauso gut hochlagern wie zu Hause! Ich genoss den Blick auf die Berge und schaute zugegeben etwas neidisch auf jene, die mit Seil und Pickel am Rucksack durch Zermatt stiefelten.





"Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken", sagt der Herr, "und meine Wege sind nicht eure Wege. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken ... ."  Jesaja 55,8-9

Gerade wenn die Wege im Leben steil rauf und runter gehen, mitunter gar verschlungen und zugewachsen scheinen, dann zählt, dass ich vertraue und weiss, dass es der und mein Weg ist, auf dem ich wandle und alles einen Sinn hat.

Und natürlich hoffe ich, dass ich bald mal wieder mit den Wanderschuhen unterwegs bin. Im Zug sitzend und durchs Mattertal ratternd schaute ich heute auf alle Fälle zum Europaweg hoch (Grächen-Zermatt) und malte mir aus, da unterwegs zu sein, vielleicht mit dem Tarptent, Schlafsack und Kocher ... ja, ja, träumen darf ich ja.

Freitag, 8. Juni 2012

Livets utfordringar

Syftet med mina ord i den här bloggen är att ge andra - och i bland också mig själv - inspiration och nya tankar. Så har jag länge funderat över, om jag ska skriva om de nu mer eller mindre redan sex månader som jag kan inte göra detta som jag älskar mest, vara ute, till fots och helst i fjällmiljö, pga en knäskada och påföljande komplikationer.

Jag vill gärna tänka lite efter, vad tiden som gått har lärt mig och fundera lite över, vad jag hoppas framtiden vill ge mig. Först och främst har jag lärt mig, att ta ett i taget och inte planera så mycket. Någon pendlar-kollega tyckte att det är skönt, att inte planera så mycket, vad man ska göra i fritiden och semester, men att göra precis vad man tycker om. Ja, bara ha en tanke, en idé och sen sticka i väg eller börja med grejen. Det är ju friheten totalt och dessutom om man kan göra det utan begränsningar i form av förpliktelser av olika slag. Men hos mig är ju hälsen/knäet som avgör, vad jag gör med dagen. Och just nu kommer jag maximalt med att tänka vad jag ska jag göra i övermorgon pga knäets tillstånd. Men det bekymrar mig inte mer så mycket, det är bara så och jag har lärt mig att leva så här. Fast det behövde sin tid att lära mig att inte tänka på allt som jag inte kan göra, men att tänka vad jag kan göra och vad som är bra för mig just i dag!

Men hur ska det gå vidare med mitt uteliv? Till fots, till fots, det var det viktigaste för mig hittills, största friheten att ta sig fram genom naturen endast med sina fötter och allt som behövs för livet i ryggsäcken. Just nu, tre veckor efter andra arthroskopien kan jag inte ens gå normalt. Alla mina drömmar är langt borta. Men idéer, som jag tyckte var för "vanligt" dycker upp i mitt huvud, som dröm... många "om jag kan vandra igen, ska jag... " tankar formas, t.ex. vandra hela Kungsleden, men i behagligt tempot, med mycket tid att njuta och fotografera. Livet längs vägen som ska stå i centrum och inte bara "att komma fram".
Just nu har jag ingen aning om jag kommer att bli så stark igen som jag var före olyckan. En mycket erfaren fysiotherapeut tycker att jag har stora chanser att jag kommer att bli helt frisk igen. Själv har jag satt mig som minimal mål att kunna skida längd igen och göra stav-gång (nordic walking). Om inte, finns en havskajak i källaren!

Och så tränar jag vidare att sitta ut "ovädret" på min sofa... Ibland jämförde jag min situation nämligen med situationen i fjällen, när man inte kan gå vidare pga dåligt väder och är tvungen att sitta i sitt tält två, tre dagar och drömmar om fint väder! Ungefär så är det jut för mig också, vänta, tills det blir bättre!

Ha en fin fjällsommar - och sköt om er!

Dienstag, 29. Mai 2012

dann...


Seit fast zwei Wochen verbringe ich die Tage wieder zu einem grossen Teil in horizontaler Lage, damit mein Knie in möglichst bequemer Position ist. Grund dafür ist die Nachbehandlung einer Arthroskopie an meinem rechten Knie. Genug Zeit um einige Gedanken zu denken...

Nach über einem halben Jahr ohne grössere Streifzüge zu Fuss durch die Natur halten mich Erinnerungen an vergangene Tage und Wochen im Fjäll und den Alpen "am Leben". Auf der einen Seite bin ich dankbar für alle diese Erinnerungen. Auf der anderen Seite machen sich Sehnsüchte breit, gehöre ich doch zu den Weitwanderern, die kaum haben sie das Ziel der Tour erreicht, schon wieder von der nächsten Tour träumen. Dutzende von Ideen  schwirren in meinem Kopf rum, welche Gegenden, Pfade, Täler und Gipfel ich noch erkunden sollte.
Natürlich waren meinen Träumen schon immer Grenzen gesetzt: Termine, Verpflichtungen, das Gefühl, dass man nicht schon wieder unbezahlten Urlaub beziehen kann usw. Und dann dachte ich auch immer wieder: "dann" mache ich es, dann ziehe ich los. Irgendwann mache ich es, aber ich habe ja noch Zeit, ich bin ja fit und werde mit den Jahren und dem stetigen Training ja nur stärker... Und: ja, ja, ich wusste und weiss, Träume sollte man leben, nicht aufschieben. Wenn man sie aus irgendwelchen Umständen nicht verwirklichen lassen kann, dann, auweia, wird man es wohl ein Leben lang bereuen.


Berechtigte Hoffnung habe ich, mich nicht von allesamt meinen Plänen verabscheiden oder mich ernsthaft aufs Seakayak konzentrieren zu müssen. Denn nach Aussage eines sehr erfahrenen Physiotherapeuten habe ich aufgrund meiner guten körperlichen Voraussetzungen grosse Chancen, dass das Knie wieder vollständig einsatzfähig wird.

Doch nach einem halben Jahr ganz kleiner Sprünge sind meine Outdoor-Träume etwas "softer" geworden, das Geniessen in der Natur ist noch mehr in den Vordergrund gerückt und nicht mehr die ganz langen Touren das grösste aller Träume. Zum Beispiel ist "Fern-Sehen" für mich das Synonym fürs Träumen, wenn ich mit dem Zelt unterwegs bin: Irgendwo an einem schönen Plätzchen mit Aussicht sein Lager errichten und dann einfach mal à-discrétion in die Ferne schauen, den Gedanken freien Lauf lassen und erst damit aufhören, wenn genug.


Die Realität ist, dass ich im Moment hauptsächlich davon träume, dass mein Knie wieder belastbar wird, so dass ich zum Bahnhof gehen kann (1.3 km). Nächstes Ziel ist Nordic-Walking... dann leichte Wanderungen (geradeaus).  Und dann habe ich grosse Hoffnungen, dass ich im Winter wieder Skaten und Ski-Trekken kann, da doch dabei das Knie weniger belastet wird als beim Rucksackschleppen auf unebenem Gelände.


Fürs Trekking selber braucht es noch mehr Zeit; insbesondere muss ich wieder Vertrauen in meine Beine kriegen. Mein Traum wäre, im Sommer 2013 den Arctic-Circle-Trail zu wandern und Grönland einen Besuch abzustatten - ein alter Traum!
Wer weiss?!

Montag, 21. Mai 2012

Lachs-Pesto mit Pasta


Beutel aufschneiden, 325 ml kochendes Wasser reinschütten, kräftig umrühren, Beutel verschliessen, 10 Minuten warten. Mampf!

Wenn schon meine Winter-Alaska-Tourenpartnerin fleissig mit Kocherumbau beschäftigt ist, kann ich schon mal etwas Testessen... Obwohl wir beide liebend gerne unsere Touren-Nahrung selber zubereiten, d.h. die Zutaten zu Hause dörren, mixen, würzen und abpacken (und vorher auch lange genug rumexperimentieren), ist es für die geplante Tour auf U.S.-amerikanischem Territorium und der langen, teuren Anreise utopisch, gedörrte Lebensmittel einzuführen. So testen wir uns bis zum Start des Einkaufsmarathons in Alaska durchs Trekkingfood-Sortiment.



Heute gab es natürlich nur einen 1-Portionen Beutel à 100 gr. Trockengewicht. Das ergibt gut 400 kcal. Gerade gut für einen Lunch zu Hause. Auf der Tour sind 250 gr. Portionen geplant, die dann noch mit Butter angreichert werden, um genügend Kalorien zu erhalten...

Nach "Trek'N Eat" sind nun noch die Marken "Mountain House" und "Backpackers Pantry" auf dem Test-Programm.

Ä Guetä!



Sonntag, 29. April 2012

«Never ever give up» in Augustinus' Worten



Ein Stück des Weges liegt hinter dir,
ein anderes Stück hast du noch vor dir.
Wenn du verweilst, dann nur, um dich
zu stärken, nicht aber, um aufzugeben.
Augustinus

Dienstag, 17. April 2012

Freitag, 13. April 2012

entscheiden & loslassen


Die Dinge loszulassen bedeutet nicht, sie loszuwerden.
Sie loslassen bedeutet, dass man sie sein lässt.

Jack Kornfield, Offen wie der Himmel, weit wie das Meer

So habe ich mich vor zwei Tagen entschieden, diesen Sommer keinen Auftrag als Trekkingführerin in Nordschweden anzunehmen. Ich liebe diese Aufgabe und umso schwerer war es für mich, diesen Entscheid zu fällen. Der Effekt war, dass ich mich im ersten Augenblick freier und entspannter fühlte, nicht mehr per Datum 27. Juli 2012 topfit zu sein. Andererseits tat sich auch so etwas wie eine Leere auf, denn ich habe gerade ein mir sehr liebes Ding losgelassen - doch meine Hände und nicht zuletzt auch mein Geist sind nun frei. Frei für Neues, frei für andere Perspektiven.

Mitte März sah alles noch so gut aus und ich war guten Mutes, dass ich mich bis im Juli vollständig von meiner Knie-OP erholt haben würde. Ein Sturz, natürlich auf das eh schon geschwächte Bein, setzte dem weiteren Aufbautraining ein jähes Ende. Mit dem lang ersehnten Freiluft-Training wurde nichts. Stattdessen stehen wieder Schmerzen, Verklebungen und eine stark geschwächte Oberschenkelmuskulatur - und natürlich den entsprechenden Therapien dagegen - im Fokus.

Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, meine Tour sein zu lassen, um stressfrei gesund zu werden. Denn meine «Abenteuer zu Fuss» will ich ja nicht los werden! 



Sonntag, 25. März 2012

Zwifle ond stuune


Ein Liedtext, der mir ganz besonders unter die Haut geht und viele der Gedanken der letzten vier Monate meines Lebens zusammenfasst. Besonders der Vers "Läbe ohni Täler isch Läbe ohni Bärge, wer nie unge isch gsi, berühert dr Blick vom Bärg nid" (Leben ohne Täler ist Leben ohne Berge, wer nie unten war, berührt den Blick vom Berg nicht) passt sehr gut zu meinen Sehnsüchten, aber auch zu grosser Dankbarkeit.















Läbe ohni Schatte, isch Läbe ohni Sunne.
Wär nie im Dunkle isch gsi kennt z`hälle Liecht nid.
Läbe ohni Träne, isch Läbe ohni Lache.
Wär nie verzwiiflet isch gsi, kennt z Glücklech-sy nid.

Refrain:
Gang der Wäg uf ds Chrüz zue.
Los uf di fini Stimm. Dert darfsch zwiifle u stuune, chumm mach di uf zu ihm.


Läbe ohni Täler isch Läbe ohni Bärge,
wär nie unge isch gsi, berüehrt dr Blick vom Bärg nid.
Läbe ohni Zwiifu, isch Läbe ohni Gloube.
Wär nie suecht u nie fragt, het keni Antwort parat.

Ref.

Läbe ohni Cheuti isch Läbe ohni Wermi.
Wär nie zitteret, schetzt dr Schärme nid.
Läbe ohni Allei sy isch Läbe ohni Liebi.
Wär ke Lääri kennt, grift chaut nach jeder Hand.

Ref.

Läbe ohni Kämpf, isch Läbe ohni Fride.
Wär dr Sturm nie het gseh,
freut sich nid am ruehige See.
Läbe ohni Truur isch Läbe ohni Hoffnig.
Wär ke Abschied nimmt, kes Wiederseh findt.

Gang dr Wäg...   Geh den Weg!

Text und Musik: Chr. Jost
Arr. M. Geissbühler

Mittwoch, 21. März 2012

Motivationsstöcke

Ein paar neue Stöcke fürs Nordic(Snail)-Walking habe ich mir heute geleistet. Noch zwei Wochen volles Programm mit Krafttraing und dann! ....werde ich ganz langsam wieder mit Nordic-Walking beginnen. Ich freue mich ja soooo darauf, wieder draussen zu spörteln. Aber inzwischen habe ich auch diese Kraftmaschinen schätzen gelernt. Doch sie werden für mich als eingefleischte Outdoorerin immer irgendwie den Reha-Geruch haben...
Vollgas! Heja...