Sonntag, 14. März 2010

Masi

Passiere soeben Masi und bestaune die 'Haus-Rentiere'!
Sonnenschein, fast windstill, etwa -10 Grad und schon 20km zurückgelegt heute. mal schauen, ob die Tankstelle geöffnet ist... Eine Cola oder so wäre jetzt angenehm...

Samstag, 13. März 2010

Geräusche in der Stille

Das Bild zeigt ein Überbleibsel einer Grubenanlage mitten in der Wildnis (Bidjo Gruber)

Heute wurde ich von einem Bio-Wecker in Form der typischen Schneehuhn-Laute gewckt. Diese hat nämlich etwa 50cm neben meinem Zelt genächtnigt. 10 min später rasselte mich meine 'Fjäll-Sirene' aus dem Schlaf (=mech. Wecker).
Ich lief heute Morgen etwa 5km auf einem Fluss. Dies ist bei gewissen topografischen Verhältnissen gut möglich. Doch plötzlich hörte ich das Geräusch von fliessendem Wasser - aber so weit das Auge sah, nur Schnee...
Über mir sausten Flugzeuge vorbei. Und langsam war mir danach, mal wieder Menschen zu sehen nach 7 Tagen! Und am Nachmittag vernahm ich dann das Geräusch von Skoter und kurz darauf durfte ich mit einem Sami reden, der gerade mit einem Kollegen von der Schneehuhn-Jagd nach Hause fuhr.
abends höre ich wenn möglich Radio (wegen Wetterprognosen). Grosse Erheiterung brachte mir heute die norwegische Version von 'Schnappi'!!!
und nun werde ich bald zum Säuseln vom Wind einschlafen...

Donnerstag, 11. März 2010

Schaufeln um 03.40 Uhr...

Der Tag begann heute mit Nachtsport. es windete heftig und bliess voll auf die Querseite des Zeltes. Eine Abspannung hatte sich selbständig gemacht, so dass eine Stange ziemlich unnatürlich verbogen wurde. Ein Wunder, dass sie nicht krachte. Ausserdem hatte sich in der Koch-Apsis soviel Schnee angesammelt, dass ich zuerst den Eingan g freischaufeln musste.
Der Tag velief ähnlich anstrengend mit Wind und tiefem Schnee.
Noch eine Kontrollrunde ums Zelt... Dann werde ich wohl tief und fest schlafen.
(das Bild ist vom Tag zuvor)

Schneegewusel...

Das Ziel das Tages war, die Grenze nach Norwegen zu überschreiten und noch ein paar Kilometer dazu...
Der Morgen verlief normal, Zeltabbau bei starkem Wind war auch kein Problem und auf dem Weg zum bestimmten Grenzpunkt durfte ich gar unerwarterweise eine grosse Rentierherde sehen.
Bevor ich die Grenze überschritt, war auch noch ein grösserer Fluss zu queren. Mit GPS-Hilfe navigierte ich mich zu einem bestimmten Punkt, um danach dem Fluss folgend zum Grenzstein Nr. 309 zu gelangen. Auf dem Fluss angekommen bekam ich langsam eine Ahnung, was mir am Nachmittag noch bevorstehen sollte: im Tal hatte sich der Schnee, der in den letzten Tagen gefallen ist noch nicht gesetzt... Das beseutete einen Meter lockeren Schnee, durch den ich mich nun zuerst zum Grenzstein und dann noch etwa 100 Höhenmeter hoch kämpfen musste.
Der Grenzzaun ist äusserst dicht - kein durchkommen ausserhalb der offiziellen Stellen. ein solcher Durchlass fand ich jedoch auf Anhieb. Dann begann die Bergaufstrecke - wühlen im Schnee! So was von anstrengend habe ich selten erlebt. Ich ging klaglos dam Zaun entlang - gut 1 km. Dann sollte ich raus aus dem Birkenwald sein und der Schnee wieder fester. yeah - so war es. Und auch Zeit, das Zelt aufzustellen. 2 km in 3,5 Stunden!
Heute ging alles wieder normal und ich erreichte das Tagessoll. Wetter: schön und tagsüber -12, nachts? Es ist sternenklar... Wie weit runter wird das Thermometer sausen?

Hallo? Niemand hier?

Heute sah ich Skoter-Spuren, verschiedene Ferienhäuschen, Hütten und Anlagen der Sami und schliesslich erreichte ich einen offiziellen Skoterweg - aber seit Samstag habe ich keine Menschenseele mehr gesehen.
Dem Skoterweg werde ich nun noch etwa 8km folgen, bevor ich dann nochmals etwa 20km quer durch die Weite ziehen werde. Ich zelte zwar ziemlich nahe am Weg, aber anbetrachts der eher alten Spuren, rechne ich nicht mit starkem Verkehr.
Wetter: schön, schwacher Wind aus Norden und etwa -13 bzw. -17 Grad...

Start mit Sonnenschein

Der erste richtige Wandertag liegt hinter mir. Nach einer recht frischen Nacht (-16) packte ich mein Zelt und alles drum und dran wieder auf die Pulka und zog los. Wie immer während der ersten Stunde plagten mich auch heute eiskalte Füsse und wenn sie dann auftauen 'chuenegele'... Sonnenschein und -10 Grad waren optimale Verhältnisse für den Start in mein Abenteuer.
Da ich mich in den ersten Tagen nicht allzusehr verausgaben will, um den Körper langsam an die Strapazen und die Kälte zu gewöhnen, machte ich um 15.30 Uhr halt und richtete mein Nachtlager ein.

Freitag, 5. März 2010

Film!

Die ersten Schritte meiner Tour in Karesuando wurden von einem italienischen Filmteam festgehalten. Witzig - noch nicht einmal richtig losmarschiert und schon kommt man im TV ;-)
Dann ging es also mit dem Bus nach Kilpisjärvi (Finnland). Da schnallte ich mir die Skis unter die Füsse und ging 5km in n-ö Richtung los. Die nNacht wird wohl kalt. Das Thermometer zeigt schon -13 an...

Donnerstag, 4. März 2010

Tack saa mycket!

Jag har nu kommit till Karesuando - sista natten inomhus! Packetet fraan Anneli var här och väntade paa mig! Och för de som undrar vad innehaallet är: grejor för tjejer paa langa tuffa turer i form av moraliskt peppning och extra energietillskott. Tack saa mycket Anneli för detta och alla dina goda tanker! Yes. Tjejer kan!
Die letzte Nacht drinnen steht an. Hier in Karesuando wartete noch das Packet von Anneli, einer Fjällkollegin und aussergewöhnlichen Bergsteigerin aus Schweden auf mich. Und wer sich interessiert was drinn war: Aufmunterungen in moralischer Form und ein paar extra Vitamine. Dankeschön!

Zuerich-Stockholm-Kiruna

Die Reise nach Kiruna verlief wie am Schnuerchen: Pulka und Skis wurden problemlos eingecheckt, der Flug war puenktlich (das Flugzeug halb leer...) und auch der Zug meiner Kollegin Barbara erreichte Stockholm C ohne Verspätung. So konnte wir zwei uns in meinem Schlafwagenabteil gemuetlich machen, picknicken und Fjällfachsimpeln bis mir fast die Augen zufielen.
Eigentlich hätten wir gar nicht so weit gegen Norden reisen muessen, um genuegend Schnee fuer eine Skitour zu finden: in Stockholm hat es fast so viel Schnee wie im Norden!
Nach einer guten Nacht genossen wir noch eine Tasse Kaffee im Speisewagen, bevor Barbara in Gällivare ausstieg.
In Kiruna wurde ich von Ann-Kristin, einer Bekannten einer Freundin von mir, herzlich in Empfang genommen. Gluecklicherweise waren die Strassen mit Schnee bedeckt und nicht gestreut, so dass es ganz leicht war, zu Fuss mit der Pulka im Schlepptau quer durch die Stadt zu Ann-Kristins Wohnung zu gelangen.
Der Nachmittag war fuers Einkaufen reserviert. Die zwei Packete lagen auf der Post und waren völlig intakt. So ging es weiter zum Farbgeschäft, wo ich 5 Liter Reinbenzin bestellt hatte. Aufgrund von irgendwelchen konfusen Lieferprobleme, ist das Benzin aber nicht angekommen. So chauffierte mich Ann-Kristin zu zwei anderen Farbgeschäften - ohne Erfolg. Da ich einen Multifuelkocher benutze, könnte ich auch mit Autobenzin, Diesel oder Rasenmäherbenzin kochen. Aber Reinbenzin ist halt das, was ich am liebsten benutze, weil es den Kocher am wenigsten verrust. So gingen wir erstmal Essen einkaufen... 15 Tage Essen - tja, das gab ein ganzer Einkaufswagen voll Muesli, Suppen, Brot, Kekse, Oel, Teigwaren, Hirse usw.
Danach setzten wir die Jagd auf Brennstoff fort: ein Sportgeschäft, das auf Outdoor spezialsiert ist, sollte Hilfe schaffen in Form von Primus-Powerfuel - Brennstoff speziell fuer Kocher. Nein, auch da wurden wir nicht fuendig...
Wir gingen erstmal nach Hause. Intersport im Zentrum oder dann Statoil und Rasenmäherbenzin waren meine letzten Optionen. Und endlich: ein Anruf bei Intesport beendete die Jagd und ich hatte meine 5 Liter Brennstoff!
Nun konnte ich in Ruhe den Tjälknöl - eine Art Roastbeef, allerdings aus Elchfleisch und zum Schluss in einer Salzlake mariniert - zubereiten. Dies soll mich fuer drei Mahlzeiten mit Fleisch versorgen.
Aber erst wollten wir mal was Essen nach dieser Einkaufsodyssee: Ann-Kristin zauberte feines Elch-Geschnätzeltes in Rahmsauce hervor und servierte dazu die typischen nordländischen Mandelkartoffeln. Erdbeeren aus Ohtanajärvi (nahe Pajala)... weit nördlich des Polarkreises und Vanille-Eis genossen wir zum Dessert.
Am Abend gingen wir zum Folkdans (Volkstanz) der örtlichen Gruppen. Die Leute hier sind nicht nur enorm gastfreundlich, sondern auch offen, herzlich und unkompliziert. So wurde ich einfach kurz in die Tänze eingefuehrt - ich gab mein bestes - denn vor diesem Abend kannte ich ausser Walzer keine Tänze. Ich durfte Schottisch und Kreuz-Schottisch lernen. Am meisten war ich aber vom Humpa angetan - nicht zu verwechseln mit Hambo! Beim Polska schaute ich zu - das ist ungefähr wie Tangotanzen und braucht schon ein bisschen mehr Uebung!
Nun ist die Pulka mal grob gepackt und wartet mit mir, heute Nachmittag mit dem Bus nach Karesuando zu fahren.
Eine Lektion "Spark" gabs heute Morgen auch noch!!! Ein Spark ist ein Gerät, mit zwei Kufen, einem Sitz (in Form eines Holzstuhls) auf dem man sich beim fahren abstuetzt und so sich auf dem Schnee vorwärts bewegen kann. Dazu stösst man mit den Fuessen ab - ähnlich einem Trottinett.

Das Wetter fuer die kommenden Tage sieht nicht schlecht aus, nicht zu kalt und nicht zu windig!
Hej så länge!

Montag, 1. März 2010

Auso! I be de gange!

Auso, i be de gange [schweiz. für: Ich bin dann mal weg... ]:

Diese paar Worte widme ich speziell Håkan H. und meiner Schwester
;-)

Endlich ist der Tag gekommen, wo ich diese für uns fast schon geflügelten Worte schreiben darf!

Das Wetter für den Start der Skitour am Freitag scheint auch ganz gut zu sein: etwa -10°C, leichter Wind aus Nord-West und wechselnd bewölkt. Vor einer Woche war es noch fast -30°C...

Auso.. bis glii!